Adult Webmaster


Eine große Rolle – nicht nur im täglichen Leben – sondern insbesondere auch in den Weiten und Tiefen des World Wide Web spielt bekanntermaßen das Thema Sex. Wo entsprechende Nachfrage besteht gibt es natürlich auch ein äquivalentes Angebot und so ist die Zahl einschlägiger Webseiten zu keinem anderen Thema größer als zu diesem. Die Palette reicht von Webseiten mit halbwegs jugendfreien Inhalten bis hin zu absoluten Hardcore-Seiten, deren Inhalte in vielen Fällen nicht den gesetzlichen Vorschriften genügen (mehr dazu weiter unten).

Wenn Sie sich nun fragen sollten was diese recht allgemeine Abhandlung zum Thema “Erotik im Internet” mit dem Thema “Geld verdienen” zu tun hat, so liegt die Antwort – sofern Sie den Artikel “Affiliate Marketing” vorher gelesen haben – bereits auf der Hand. Auch Adult Webseiten arbeiten mit einem ähnlichen Konzept wie “normale” Produkt- oder Dienstleistungsanbieter. Vom Grundsatz her gelten die gleichen Rahmenbedingungen in beiden Segmenten, dennoch gibt es einige Besonderheiten zu beachten.

Zunächst zu den Gemeinsamkeiten: Auch ein Adult Webmaster erhält vom eigentlichen Betreiber des Angebots (bzw. von einem zwischengestalteten Partnernetzwerk) Werbemittel zur Verfügung gestellt, welche er in der Regel auf einer eigenen Homepage mehr oder weniger geschickt einbindet. Auch hier ist die konkrete Ausgestaltung der Einbindungsmöglichkeiten recht umfassend – sie reicht von einfachen Bannern und Textlinks über innovative Werbeformen wie Layer Ads oder Page Peels bis hin zu kompletten PHP-Portalen auf White-Label-Basis. Eine wichtige Rolle spielt im Adult-Bereich auch das Newsletter-Marketing, besonders hoch ist hier aber leider die Anzahl der Webmaster, welche versuchen ihre Umsätze über das massenhafte Versenden unerwünschter Werbebotschaften zu erhöhen (Stichwort Spam). Auch als Betreiber einer Webseite im Adult-Segment erfolgt die Provisionierung in unterschiedlicher Form. Es existieren Abrechnungsmodelle auf Basis von reinen Klicks auf Werbemittel (”Pay per Click”), der Generierung von Kundendaten bzw. vor allem E-Mail-Adressen (”Pay per Lead”), der ganz überwiegende Teil der Erotik-Partnerprogramme rechnet seine Affiliates jedoch über den eigentlichen Verkauf ab (”Pay per Sale”). Beim Verkauf zu unterscheiden ist eine höhere einmalige Provisionierung für einen Neukunden (“Signup Provision”) und die niedrigere, aber dauerhafte Provisionierung solange ein eigener Kunde seine Mitgliedschaft nicht kündigt (“Recurring Provision”).

Wer Erotik-Partnerprogramme vermarkten möchte muss im Gegensatz zu normalen Partnerprogrammen einige Besonderheiten beachten. Zunächst ist anzumerken, dass klassisches Keyword-Advertising ohne eigene Landingpage in aller Regel nicht möglich sein wird, da die diversen Suchergebnisanbieter das Inserieren von Webseiten mit erotischen Inhalten nicht erlauben. Dies bedeutet also dass der Besucher seinen Umsatz mit anderen Mitteln gernerieren muss, die Palette reicht von Suchmaschinenoptimierung über Toplisten bis hin zu TGPs (Bildergalerien mit der Möglichkeit der Integration eigener Inhalte). Eine besondere Schwierigkeit insbesondere für Webmaster mit deutschem Wohnsitz (und nur hierauf kommt es an, und nicht – wie fälschlicherweise oft angenommen – ob der Webserver in Amsterdam steht) stellen die hierzulande relativ strengen rechtlichen Rahmenbedingungen dar. Auf das Wesentliche verkürzt muss der Betreiber einer Erotik-Webseite dafür Sorge tragen, dass die Inhalte nur der entsprechenden Altersgruppe zugänglich gemacht werden. Der Besucher muss also verifizieren, dass er mindestens 18 Jahre alt ist. Für die konkrete Ausgestaltung dieser Verifizierung existieren verschiedene Optionen, die meisten Partnerprogramme sind ihren Affiliates hierbei gerne behilflich. Auch die Einbeziehung eines Jugendschutzbeauftragten sollte in Erwägung gezogen werden.

Last but not least ist darauf hinzuweisen, dass das Leben als Webmaster im Adult Business keinesfall einfacher ist als im klassischen Affiliate Marketing, eher umgekehrt. Dies hat seine Ursache darin, dass im Netz unzählige Möglichkeiten bestehen erotisches Material in allen Formen einfach und vor allem kostenfrei zu beziehen. In diesem Zusammenhang zu erwähnen sind vor allem das Usenet und die zahlreichen Tauschbörsen, welche die Vermarktung bezahlter Inhalte durchaus erschweren. Insofern kann jedem Neueinsteiger nur empfohlen werden sein Glück in der Nische zu suchen. Und diese sollte im Erotik-Bereich in der Tat besonders eng spezifiert werden.